Kopfmenue

Sehr geehrter Herr Saleh, sehr geehrte Mitglieder der Bezirksverordnetenversammlung Spandau,

mit großer Bestürzung haben meine Familie und ich von Ihrem Beschluss erfahren,
dass am Groß Glienicker See ein Uferstreifen mit einer Breite von 15 Metern von jeglicher Nutzung freigehalten werden soll, die Verträge zur Nutzung der Wasserfläche für die Stege nicht verlängert werden sollen und darüber hinaus die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Anlage eines öffentlichen Wanderweges am Groß Glienicker See geschaffen werden sollen.

Wir haben unser Grundstück Uferpromenade 56 d erst im Herbst 2009 für sehr viel Geld erworben und uns damit einen Traum erfüllt.

Wir sind eine Familie mit zwei Kindern, wohnen zur Miete in einer Stadtwohnung und nutzen das Grundstück an schönen Sommertagen, meist nur am Wochenende zur Erholung.

Von einer intensiven Nutzung der Uferzone, kann hier nicht die Rede sein. Im Übrigen beobachten wir auch bei Nachbarn, dass die Grundstücke in dieser Weise, meist nur sporadisch genutzt werden.

Die Uferzone wird bei uns sowie bei den umliegenden Grundstücken so gut wie nie betreten, da über die Stege darüber hinweggegangen wird.

Wir haben den Eindruck, dass die Flora und Fauna im Uferbereich absolut intakt ist. Bei uns im Uferbereich sind Kröten, Wasserschlangen, Enten, Wildgänse, Libellen, seltene Vögel etc., Sumpf, ein breiter Schilfgürtel und in einigen Bereichen Seerosen vorzufinden. Die Wasserqualität des Sees soll eine der besten Berlins sein.

Der See ist an vielen Stellen für die Öffentlichkeit zugänglich und unweit vom Groß Glienicker See befindet sich der Sakrower See, den man komplett umrunden kann.

Wir haben den Eindruck, dass die Seeanrainer auf den Umweltschutz bedacht sind und schon aus eigenem Interesse an einem Schutz des Sees interessiert sind.

Insofern können wir nicht nachvollziehen, weshalb Sie derart schwerwiegende Eingriffe vornehmen wollen.

1.  Durch das Beseitigen der Stege wird mit hoher Wahrscheinlichkeit der Schilfgürtel beschädigt werden.

2.   Ihnen werden die Pachteinnahmen für die Stege wegfallen, die Sie im Moment für sinnvolle  
      Umweltmaßnahmen einsetzen können.

3.   Wenn sie einen Uferstreifen von 15 Metern von jeglicher Nutzung freihalten wollen, müssen Sie die
      Grundstückseigentümer enteignen. Ist das rechtens? Wenn man die   Liegenschaftskarte betrachtet,
      müssten sogar einige Häuser abgerissen werden.

4.   Falls die geplante Uferpromenade realisiert wird, müssen Sie massiv enteignen und Häuser abreißen
      lassen. Manche Grundstücke werden nicht mehr nutzbar sein. Darüber hinaus gibt es einen dichten
      Baumbestand auf den Grundstücken. Würde der auch zum Opfer fallen?

5.   Wie wollen Sie das Ufer vor intensiver Nutzung schützen, wenn der Bereich der Öffentlichkeit zugänglich ist?

6.   Welchen Nutzen hat ein Uferweg, der höchstwahrscheinlich auf der einen Seite von hohem Schilf und auf der
      anderen Seite von hohen Zäunen gesäumt wird?

7.   Wir haben in den letzten Jahren sehr viel Zeit und Geld investiert, das Haus und die Außenanlagen wieder in
      Schuss zu bringen. Für das Haus als auch für unseren Steg liegen uns Baugenehmigungen vor.

      Schon alleine durch Ihren Beschluss wird das Grundstück nur noch einen Bruchteil von dem wert sein,
      was es vorher wert war. Wie wird die Entschädigung aussehen?

8.   Warum haben Sie vor zwei Jahren nicht von Ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht?

9.   Dürfen Sie derart in das Eigentum der Bürger eingreifen?

Ich bitte Sie, unter diesen Aspekten Ihr Vorhaben nochmals zu überdenken und sich ein Bild von der
tatsächlichen Situation vor Ort zu machen.

 

 

Mit freundlichen Grüßen

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Briefe an die Politiker