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Gespräch zu den See-Stegen

 

Bürger:       In Kürze erhalten Sie die Kündigungen Ihrer See-Stege. Was sagen Sie dazu?
Betroffene: Ich kann nicht verstehen, warum die See-Stege abgerissen werden sollen, es bleibt für mich einfach
                    unverständlich.

Bürger:        Aber die Stege sollen doch einen schädlichen Einfluss auf die Natur bzw. die Wasserqualität haben?
Betroffene: Welchen denn? Die See-Stege stehen dort seit den 1930er Jahren. Die Wasserqualität reichte von ganz
                    schlecht bis ausgezeichnet. Maßgeblich war der Motorbootverkehr zu DDR-Zeiten, die Straßen- und
                    Tauabwassereinleitungen des damaligen Flughafens und der in der Nähe liegenden Kaserne usw., und
                    nicht die Stege. Die Stege sind eine Konstante, die auf die Wasserqualität keinen Einfluss hat.

Bürger:        Aber sie zerstören das Schilf bzw. den Röhrichtgürtel.
Betroffene: Nein,  das tun sie nicht. Das Schilf wächst um die Stege - teilweise von Anwohnern extra gepflanzt -
                     und nicht umgekehrt. Hier sollen ja keine neuen Stege ins Schilf gebaut werden. Hier ist das Schilf
                     zum Steg gekommen und nicht umgekehrt.

Bürger:        Warum sollen die Stege dann weg?
Betroffene: Tja, die Frage stellt sich. Es geht hier nicht um Naturschutz, der ist hier nur vorgeschoben. Für einen
                    Teil der Bevölkerung ist ein Steg im Wasser ein Sinnbild für Romantik und Erholung, für den anderen
                    scheinbar ein Neidobjekt, bei dem es gilt, es um jeden Preis dem Anderen wegzunehmen und zu zerstören.

Bürger:        Meinen Sie nicht, das jeder ein Anrecht darauf hat, an den See zu kommen?
Betroffene:  Natürlich. Das kann ja auch jeder. Der GGS hat zwei riesige Badestellen, von denen eine im letzten Jahr
                     sogar noch erweitert wurde.

Bürger:        Und Sie meinen das reicht?
Betroffene:  Der Bezirk hatte die Möglichkeit für wenig Geld die Halbinsel zu kaufen und hat es nicht getan. Dort hätte
                     das Naturschutzgebiet um eine Erholungsfläche erweitert werden können und der alte Uferwanderweg
                     aktiviert werden können.

Bürger:        Warum hat  denn der Bezirk nicht gekauft?
Betroffene:  Fragen Sie das den Bezirk. Scheinbar besteht kein Bedarf. Hier wurde etwas versäumt, das jetzt auf
                     unserem Rücken ausgetragen wird.

Bürger:        Warum sollten Ihrer Meinung nach die Stege erhalten bleiben?
Betroffene:  Warum sollen die Stege weg? Bisher wurde kein schlüssiges Argument gefunden, das für den Abriss
                     spricht. Hier wollen sich nur einige BezirkspolitikerInnen profilieren, indem sie vorgeben für Alle etwas
                     erreichen zu wollen, obwohl sie damit nur ihre persönlichen Ziele verfolgen.

Bürger:        Vielen Dank für das Gespräch.

 

Fotos:  Verteilerhäuschen in Falkensee

Stegromantik zur Straßenverschönerung.

Gemalte Idylle pur, einfach nur traumhaft!

In der Realität -  ein Alptraum?

 
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