Kopfmenue

Interview mit einem Taucher auf der Pferdekoppel

Fritz Frosch:  Hallo, haben Sie hier ein Tauchertreffen?
Taucher:        Ja, wir sind ein Tauchclub und feiern heute ein kleines Fest. Wir nennen es
                       ANTAUCHEN. Es ist der erste Tauchgang im Jahr. Heute sind hier Taucher und

                       auch Nichttaucher.

Fritz Frosch:  Man sieht das nicht nur getaucht werden soll – sie haben ja auch so richtig
                       für das leibliche Wohl gesorgt.
Taucher:        Ja, erst wird getaucht und dann feiern wir gemütlich. Sie sind doch nicht neidisch?                          

Fritz Frosch:  Nein, ich gönne es Ihnen. Wenn Sie Zeit haben, dann würde ich vorher noch gerne
                       mit Ihnen über die Problematik des Groß-Glienicker-Sees sprechen.
Taucher:        Welche Problematik? 

Fritz Frosch:  Hier soll doch ein Wanderweg angelegt werden und die Grundstücksbesitzer
                       am See sollen Ihre Stege abbauen.
Taucher:        Ach ja, davon habe ich gehört, aber Genaues weiß ich nicht, weil ich mich
                       überhaupt nicht damit befasst habe. Tut mir leid, aber es ist mir ziemlich egal
                       ob die Leute die Stege abbauen müssen oder nicht.
                       Ich kenne keine Leute die hier wohnen.

Fritz Frosch:  Und wenn es Ihr Grundstück wäre?
Taucher:        Ich kann mir hier kein Grundstück leisten.

Fritz Frosch:  Stellen Sie sich vor Sie hätten es geerbt – von einem Onkel,
                       Tante oder sonst Jemandem. Hätten dort etliche Jahre verbracht
                       und nun sollen Sie den Steg abbauen und es soll – quer über ihr
                       Grundstück- ein Wanderweg führen.
Taucher:        Darüber muss ich erst einmal nachdenken. Wenn man selbst betroffen ist,
                       dann sieht es ja ganz anders aus. 

Fritz Frosch:  Ja, glaube ich auch. Stellen Sie sich mal vor – dann kommt jemand und
                       will Ihnen den Steg wegnehmen. Wäre nicht schön, stimmt`s?

Taucher:        Das stimmt. Oh Klaus, willst Du Dich an dem Gespräch beteiligen?
Taucher2:
     Ja, ich habe Bekannte denen gehört ein kleines Grundstück.
                       Praktisch nur ein Streifen zum See. Sie haben es erst vor wenigen
                       Jahren gekauft. Das Geld dafür aufzubringen ist ihnen sehr schwer gefallen,
                       aber es war nun mal ihr Traum. Dann das Geld für die Renovierung dieser
                       winzigen Hütte und des Steges. Dadurch haben sie sich ganz schön belastet.
                       Nun kommt dieser, für sie, entsetzliche Beschluss. Was sollen sie mit diesem
                       schmalen Streifen ohne den Steg. Das Grundstück wird enorm entwertet.
                       Dafür bekommen sie nur einen Bruchteil des Geldes das sie selbst
                       bezahlt haben – wenn es überhaupt noch jemand kauft. Es ist einfach fürchterlich.
                       Man versteht überhaupt nicht, worum es der SPD und den Grünen wirklich geht.
                       Je mehr man sich damit befasst umso unverständlicher wird es.

Fritz Frosch:  So empfinden viele Bürger.
Taucher2:      Da fällt mir noch etwas Komisches ein.
                       Vor kurzem habe ich ein Interview gesehen - mit Peer Steinbrück dem
                       SPD-Kanzlerkandidaten. Er stand auf einem Steg – der sich mitten im Schilf befand,
                       im Hintergrund schimmerte blau der See- und sprach über die Zukunft Deutschlands
                       mit der SPD an der Spitze. Wirklich- man glaubt es nicht – er stand auf einem Steg
                       mitten im Schilf. Laut der SPD Spandau sind Stege doch so entsetzlich schädlich.
                       Weiß das denn der Herr Steinbrück nicht? Wie peinlich – hoffentlich haben das
                       seine Parteifreunde in Spandau nicht gesehen. Ihr Kanzlerkandidat auf so einem
                       dekadenten Symbol der angeblich so reichen Seeanlieger. Zum Lachen.

Fritz Frosch:  Ja zum Lachen – wenn es für die Anlieger nicht so ernst wäre.
Taucher:        Da kann man den Betroffenen nur viel Glück wünschen.
Taucher2:      Auch von mir die besten Wünsche. Hoffentlich kommen diese Parteien
                       mit ihren Wahnsinnsideen nicht durch.

Fritz Frosch:  Wenn ich einen der Seeanlieger spreche, werde ich es ausrichten.

 

Interviews